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Es ging bereits durch die Presse: Dem Ernst Graft jun., Initiator und Organisator
der Toy Run, wird das Bundesehrenzeichen der Republik Österreich durch Frau
Bundesministerin Ursula Haubner verliehen. Deshalb die outfitmäßig
stark unterschiedliche Ansammlung von Motorradfahrern vor dem Ministerium - unterschiedlich,
wie Motorradfahrer eben sind. Wenig später betreten sie, in ihrer Mitte Ernstl
(in Schwarz, mit Krawatte), den Marmorsaal, wo die Zeremonie stattfindet.
Gespannte
Ruhe erfüllt den ehrwürdigen Raum, während weitere Hauptpersonen
und Geladene sowie Presse und Kameraleute eintreffen.
Für die Laudatio stellt sich die Schauspielerin und Motorradfahrerin Monica
Weinzettl ans Pult. Man erwartet eine würdige, langatmige Rede - doch das
Gegenteil lässt die meist Spass gewohnten Anwesenden aufatmen. Die Lobrede
schildert lebendig die Geschichte der Toy Run, beschreibt und würdigt humorvoll
die Person Ernst Graft und schließt auch all jene mit ein, ohne die der
Erfolg der Toy Run nicht möglich wäre: die Gelbjacken und die insgesamt
18.744 Motorradfahrer, die seit der ersten Toy Run am 20. Juni 1993 bei diesem
Event mitgefahren sind.
Es gibt vieles zum Schmunzeln, aber auch einiges, das berührt.

Anschließend
spricht Frau BM Haubner einige Worte und überreicht Ernstl die Urkunde und
Schatule mit dem farbenfrohen, aber bescheiden designten Bundesehrenzeichen. (Irgendwie
passt es zu Ernstls Charakter.)
Nun ist es an Ernstl, (sichtlich gerührt) an das Rednerpult zu treten. Er
dankt der Frau Minister und der Rep. Österreich für die Verleihung,
aber auch allen anderen: den Gelbjacken, den Motorradfahrern und schließlich
Gerda, die mit all seinen Ideen und Projekten einverstanden ist und ihn so gut
als möglich dabei unterstützt.
 
Man könnte glauben, damit ist die Sache erledigt. Noch viel Gratulationen,
Händegeschüttel, etwas Small-Talk, ein Häppchen am kalten Buffet
und ab nach Hause ...
 

Als Ernstl aus dem Ministerium tritt, geht es jedoch erst richtig los!


Kinder
aus dem LJH Hollabrunn und Pottenstein sowie dem HPZ Hinterbrühl haben sich
vor dem Gebäude eingefunden. Sie ehren Ernstl lautstark auf ihre Art: mit
Trommeln, Tamburinen, Jubeln, Klatschen, Schreien und Transparenten. Ernstl geht
die Reihe durch und gibt 5 - und die Kids geben 5 zurück.
 
Es
soll nun gemeinsam gefeiert werden. Die Straße zu sperren, ist für
die Gelbjacken eine leichte Übung. Im Tische und Bänke aufstellen sind
sie inzwischen Meister. So nobel wie oben in den ehrwürdigen Hallen ist das
Buffet nicht, aber wesentlich magenfüllender und in der Sonnenhitze erfrischender.
Gegen 18 Uhr wird aufgeräumt und gekehrt. Dann heißt es für die
Kinder Abschied nehmen und die Heimfahrt antreten, für die Motorradfahrer
aufsitzen. Im Begleitkonvoy von 68 Motorrädern fährt Ernstl eine Ehrenrunde
über den Ring, dann schwenkt das Ganze links ab, Richtung 16. Bezirk, wo
man in der Bierwaage den Nachmittag ausklingen lässt.

Ernstl
(nun wieder in Bikerkluft) ist glücklich. Nicht nur, weil er eine Auszeichnung
bekommen hat, sondern auch, weil seine Idee, die Arbeit vieler Helfer und die
Spendenbereitschaft der österreichischen Motorradfahrer von oberster Stelle
anerkannt wurde. Jene, die ihn in den Saal begleiteten und sich vor dem Ministerium
einfanden, stammten aus allen "Lagern" des breit gefächerten Spektrums
der Motorradfahrer: von Szene-Bikern wie Hells Angels bis zum clublosen Tourenfahrer.
Sie zeigten, als Einheit hinter einer guten Sache zu stehen - eine Einheit, die
beweist, dass sie etwas bewegen kann!
Die
Motorrad-Benefizfahrt TOY-RUN startet 2005 am 19. Juni vom
Flugfeld Aspern (ACHTUNG: nicht mehr von der SCS!!!) und hat ein Kinderheim
im nördlichen Niederösterreich als Ziel.
TOY-RUN Biker für Kinder - Spendenkonto-Nr. 00037865188 BLZ 20111
Nähere Informationen: Ernst Graft jun., 0664/433 15 90,
info@toyrun.at, www.toyrun.at.

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