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Die
Szene ist geprägt von schön dekorierten Motorrädern, die Festbesucher
tragen die verschiedensten Club-Colours auf den Rücken oder outen sich als
Freebiker.
The Corps haben geladen, die MFG Burgenland-Nord hat die Security übernommen,
die vom MC Steel Wheels betreuen den Burn-Out-Stand und helfen am Buffet.
Bis zur Ausfahrt um 16 Uhr ist noch genügend Zeit um munter zu werden - einige
arbeiten hart daran, war es gestern doch ein langer Abend -, um sich am Buffet
zu laben und einen Rundgang zwischen den Bikes zu machen. Die Schotterstraße
vom Clubhaus bis zum Portal ist bald gefüllt und es gibt viel zu schauen
und zu hören: am PS- und dB-Prüfstand, wo mit Hilfe von technischem
Meßgerät und Computer genaue Daten wissenschaftlich ermittelt wurden.
Das Treffen lockt auch unzählige neugierige Nichtbiker an. "Na, da steht
a Geld herum!" meint ein älterer Herr zu seinem Kumpel. (Hoffentlich
denkt er auch wieder daran, wenn er mit seinem Auto knapp an einem Motorrad parkt!)
Ein Biker auf einem mächtigen Chopper läßt sein Gerät vorsichtig
durch die Menschenmasse tuckern. "Papa, kann der nicht schnell fahren?"
fragt ein Knirps seinen Erzeuger. - "Nein", antwortet dieser mit ernster
Mine. "Diese können nicht schnell fahren. Aber das da", und zeigt
auf ein froschgrünes Superbike, "das kann ganz schnell fahren!"
(Aha! - Jetzt wiss' ma's!)
Kurz vor 16 Uhr ruft Harry zum Sammeln. Wir beschließen, diesmal nicht mitzufahren,
sondern einige Fotos vom Straßenrand aus zu schießen. Was wir vor
die Linse bekommen, läßt sogar uns staunen. Unbemerkt haben sich 500
(?), 600 (?) Bikes eingefunden, von denen viele nur noch vor dem Gelände
auf dem Parkplatz und am Straßenrand eine Abstellmöglichkeit gefunden
haben.
Vom Clubhaus über die Straße, unter der Brücke durch, bis vor
zur Kreuzung mit der Hauptstraße zieht sich, Vorderrad an Hinterreifen -
zwei, drei, vier nebeneinander - der Konvoy der zur Abfahrt bereiten Biker hin.
Als sie sich in Bewegung setzen und an uns vorbeifahren, scheint die Kette einfach
nicht abreißen zu wollen. Wir schauen und genießen.
 
Kaum sind sie von ihrer kleinen Runde wieder zurück, werden die "Highländer"
angekündigt, eine Truppe Kilt-tragender Burschen, die uns die Kultur der
Schotten mit ihren alten Spielen näherbringen wollen. "So wählten
die Clans ihre Anführer und ihre besten Kämpfer aus", erklären
sie uns. "Und wer will, kann sich an den Bewerben auch selbst beteiligen!"
Angesagt
ist, einen 18 kg schweren Metallzylinder mit Griff rücklinks über eine
ca. 4 m hohe Latte zu schleudern, einen Baumstamm weitzuwerfen, mit Eiern Ball
zu spielen (wobei somancheines im Gesicht des Fängers zerbirst oder im Publikum
landet!), und Tauziehen. Und all das begleitet von einem Dudelsackpfeifer, der
um die Kämpfer seine Runden dreht, sowie von Harrys amüsanter Moderation.
Unter "Hillclimbing" stellt sich der Biker für gewöhnlich
etwas anderes vor als es bei The Corps praktiziert wird. Hier handelt es sich
- um wieder zur Wissenschaft zurückzukehren - um einen Test. Am Testgelände
hügelaufwärts werden vier Becher mit verschieden produzierten alkoholischen
Getränken bereitgehalten. Die Probanden müssen den Hügel erklimmen,
die Getränke konsumieren, in die Ebene zurückkehren, danach 10 mal ein
Bierfass umrunden und schließlich über einen Baumstamm laufen.
 

Die Versuchsreihe hat eindeutig bewiesen, daß die Wirkung des Alkohols
bereits nach der Umrundung des Fasses "umwerfend" ist und das Überschreiten
des Baumstammes oft "feucht fröhlich" endet.
Womit
wir wieder beim Wasser wären. Die Mitglieder des Gold Wing Club Austria erinnern
sich daran, daß es zur Zeit Menschen gibt die unfreiwillig in ihren Häusern
baden und sammeln Spenden für die Hochwasseropfer in Österreich. Diese
Spende wird durch den Verzicht der Highländers auf ihre Gage noch aufgestockt.
Mit Kultur geht es weiter. Im Zelt spielt sich die Live-Band warm und bereits
der Sound-Check klingt gut.
In der etwas kühleren Abendluft machen wir uns auf den Heimweg, was uns diesmal
doppelt schwer fällt - kommen uns doch immer noch etliche Biker in der dichten
Menge der Schaulustigen entgegen, die auf das Gelände des MC The Corps strömen.

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