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Das Programm ist so aufgebaut, dass das, was im theoretischen Teil vermittelt
wird, anschließend gleich in der Praxis umgesetzt werden soll. Doch Alf,
der Präsident der Blue Knights 1, hat das Programm ohne Petrus gemacht. Das
schlechte Wetter an diesem Wochenende schreibt es neu.
Bei der Ankunft beim Hotel Czerwenka in Kampichl 60 bei Zöbern haben die
meisten die Regenkombi übergestreift, die auch ziemlich nass ist. Am Freitag
ist "Fahrtechnik" angesagt - nicht nur bei der Anreise. Ein Regenloch
am Nachmittag nützen wir schnell, um am Parkplatz neben dem Hotel einen Mini-Parcour
aufzubauen und zu durchfahren. Anders als auf den gepflegten Übungsplätzen
der Autofahrerclubs liegen hier Schotter und Verschmutzungen, was die Fahrübungen
auf realistische Art erschwert.
Ergreifen und Abstellen eines Gegenstandes während der
Fahrt: normale Version mit einem Stück Stahlrohr und die erschwerte Variante.
 
Zielbremsung und Wippe
 
Abends
beginnt es wieder zu regnen. Das macht nichts, denn das Programm geht nach dem
Essen mit einem Vortrag über die Entstehung der MCs in den USA bis zur unterschiedlichen
Situation im In- und Ausland im Bikerstadl weiter.
Anschließend Information in eigener Sache: die Geschichte und Strukturen
der Blue Knights, die ja keine österreichische Erfindung sind, sondern ein
seit 1974 bestehender, weitweit agierender und in seinem organisatorischen Gefüge
ziemlich kompliziert aufgebauter Motorradklub.
Wer glaubt, der gemütliche Teil der Nacht zieht sich bis zum Morgengrauen
hin, täuscht. Gegen Mitternacht begibt sich auch der harte Kern ins Bett
und entschlummert zum Klang der Regentropfen, die auf die Landschaft fallen.
Am
Samstag steht Konvoifahren auf dem Programm. Der Theorieteil wird auch zum Erfahrungsaustausch
genutzt, denn es gibt verschiedene reglementierte Verhaltensweisen, die diskutiert
werden. Der praktische Teil fällt aus. Es schüttet.
Ulli Bär hat genug Beschäftigungsmunition in seinem Laptop auf Lager:
Kurzberichte seiner Reisen und Jahresrückblicke der Aktivitäten der
Blue Knights. Ein Grüppchen nutzt die Zeit, um sich um ein Motorrad zu kümmern,
das nicht so laufen will wie es laufen soll.

Am
späteren Nachmittag trifft Erwin Feichtelbauer, Lehrsanitäter und leitender
Flugretter von Christophorus 9 ein. Auf seinen Vortrag freuen sich alle ganz besonders,
denn sein "Erste-Hilfe-Kurs" ist stets gewürzt mit hochinteressanten
Anekdoten aus der Praxis. Da für alle Erste Hilfe nichts Neues ist, gehen
die Fragen der Anwesenden sehr ins Detail.
Am Programm stünde nun der Aufbau eines Szenarios im Freien - doch dort gießt
es vom Himmel. Macht nichts. Es gibt so vieles, was wir wissen wollen und Erwin
uns zeigen und erklären will, dass der Abend viel zu schnell vergeht.
Die korrekte Seitenlage:
Helmabnahme - die Fotos anzuschauen ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs!
Klicke, um zu vergrößern
Erwin
hat uns auch sein neues Buch zur Ansicht mitgebracht: "Das Handbuch für
Notfall- und Rettungssanitäter". Der Titel mag den Laien abschrecken,
doch ist es so geschrieben und mit anschaulichen, leicht verständlichen Graphiken
bestückt, dass es auch ein an Erste Hilfe interessierter Fachunkundiger verstehen
sollte. Es ist ziemlich groß, über 700 Seiten stark und kostet 39,90
Euro. (Verlag Braumüller, ISBN 3-7003-1467-1)
Eigentlich sollte das Seminar bis Montag dauern, doch es wird angesichts der schlechten
Wetterlage verkürzt. Mit der allgemeinen Heimreise am Sonntag sind alle einverstanden,
denn auch die Wetterfrösche kündigen weiterhin Regen an.
Sonntag
Morgen weckt mich Rudi mit den Worten: "Draußen schneit es!" Ich
kann es nicht glauben - doch es stimmt. Die Landschaft ist weiß gezuckert
und vom Himmel fallen dicke Flocken. Es hat 5° C. Der April 2006 verabschiedet
sich mit einer letzten Kapriole.
Auch die Blue Knights verabschieden sich nach und nach, dick angezogen und im
Regengewand.
 
Als wir gegen 11 Uhr in den Sattel steigen, hat der Schlechtwetterspuk ein
Ende.
Wir
danken der Fam. Czerwenka für die liebe Betreuung, die großartige Verpflegung
und speziell Pauli für sein Durchhaltevermögen im Bikerstadl. Freudig
überrascht waren wir als Duftstoffe-Allergiker über die Bettwäsche,
die uns, da chemiearm gewaschen und frischluftgetrocknet, während der Nacht
frei durchatmen ließ.
(Hotel-Restaurant + Bikerstadl Czerwenka, A-2871 Zöbern, Kampichl 60. Tel.:
+43-(0)2842/8701)
Besonders danken wir den Blue Knights, dass wir an diesem Seminar teilnehmen durften.
Durch die Behandlung der Themen in einem höheren Level als sonst üblich,
war auch für uns viel Interessantes und Neues dabei. Es wurde so manche Idee
notiert und Denkanstöße festgehalten.

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