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Ein Blitzschlag und unheilvolles Donnergrollen reißt mich aus dem Tiefschlaf.
Noch messe ich dem, sowie dem Regen, der auf mein Zelt prasselt, keine Bedeutung
zu. Erst als mich ein menschlicher Drang dazu treibt, mich aus dem Schlafsack
zu winden und die Gegebenheiten draußen einem genaueren Augenschein zu unterziehen,
sinkt meine Laune drastisch ab.
Sturmgepeitscht brechen Wassermassen vom Himmel, die nicht nur das Camp-Areal
zu einem flachen See werden lassen, sonder sich auch auf meinem Zeltboden ausbreiten.
Ich warte ein Regenloch ab und sprinte hinüber zum Clubhaus mit Zwischenstop
am WC. Als ich mich noch recht schlaftrunken, leicht durchnässt und etwas
frierend an einen von zwei Personen besetzten Tisch unterm schützenden Clubdach
niederlasse, um eine SMS abzusetzen, wird mir knapp und recht unfreundlich mitgeteilt,
dass hier besetzt sei und noch ein Haufen Leute käme. Da "crash"t
mir als "Biker" doch tatsächlich der Rest der bereits angeschlagenen
Laune.
Als wolle er noch eins drauf geben, zeigt der Himmel noch einmal, was er kann
und peitscht die Wassermassen übers Gelände, als wolle er Bisons &
Friends ersäufen.
Ich beschließe, die Heimreise eine Nacht früher als geplant anzutreten
und beginne, als das Unwetter im Lauf des frühen Nachmittags abflaut, mit
dem Abbau meines innen und außen klatschnassen Zeltes, da ob des anhaltenden
Nieselregens keine Hoffnung mehr besteht, dass sein durchweichtes Inneres auftrocknet.
Während ich das triefnasse Zeug zwecks einfacherem und sauberem Heimtransport
in einen Müllsack versenke, treffen einige Biker ein, durchweicht bis auf
die Socken. Sie wurden vom Unwetter unterwegs überrascht, doch da bereits
am Morgen vorgewarnt, sind sie weit besser und wärmer ausgerüstet als
ich.
Die Bisons hingegen verlieren ihre gute Laune nicht, die, besonders als der
Himmel seine Pforten endgültig schließt, auch auf die Anwesenden, sogar
auf mich, überspringt.
Berichte über Bikerfeste sind oft wetterlastig, besonders dieser. Und
auch vor Ort kommt immer wieder zur Sprache, dass es doch da mal ein ähnlich
verregnetes Fest der Bisons gab: ja, es war ihr zweites Festl im Jahr 2001. Damals
wie diesmal wird die gemeinsame Ausfahrt abgeblasen. Zwar treffen im Lauf des
späten Nachmittags und des regenfreien, doch ziemlich kühlen Abends
noch etliche Besucher ein, von denen sich der Großteil in den Windschatten
des Clubhauses drängt, doch bleibt die völlig durchweichte Zeltwiese
zum größten Teil leer und die PKWs dominieren diesmal den Parkplatz.
Dennoch ein seltener Moment, den ich mit der Kamera einfange, als die Besatzung
der Essensausgabe geschlossen ein paar Atemzüge Frischluft tankt, denn neben
dem hervorragenden Kaffee- & Kuchenbuffet gab's das bewährte Programm
von Schnitzel, Schweinsbraten, Fleischlaberl, Grillwürstel in Kombination
mit Beilage und Salat oder eingebettet in eine Semmel, die pikanten Paprikaringerl
sowie der Bison-Burger wurde diesmal um ausgezeichnete Pommes erweitert und finden
regen Zuspruch.
Ein kleiner Verbesserungsvorschlag von meiner Seite: Einige Salzstreuer bereit
stellen, damit letztere nach eigenem Ermessen und Geschmack nachgesalzen werden
können. ;o)
Sonst gab es wahrlich nichts zu bemängeln. Auch die musikalische Untermalung
durch die regional beheimateten Bands "Dreiklang", "Superlight"
und "De Fancy White Russians" passte optimal von der Auswahl der Songs
bis hin zur Lautstärke.
Auch wenn ich sehr durchfroren und früher als vorgesehen knapp vor Mitternacht
den Heimweg antrete, war es doch wieder ein denkwürdiges und erbauliches
Fest des Black Bisons MC, deren Member ich auf diesem Weg nochmals meinen Dank
für ihre Mühen und ihre großartige Gastfreundschaft ausspreche.

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