| Freitag. Das
Fest ist vorbereitet, der Platz hergerichtet und die ersten Gäste sind eingetroffen.
Da und dort wird zwar noch Hand angelegt, es handelt sich jedoch um Kleinigkeiten
und so bleibt viel Zeit zum Plaudern, teils im neu eingerichteten Clubraum, teils
im Freien. Etwas ganz Besonderes wollten die Mitglieder und Helfer der Bisons
vorbereiten. Nach langem überlegen entschlossen sie sich, nicht in eine Attraktion
zu investieren, sondern trotz stark gestiegener Einkaufskosten die Preise für
Speisen und Getränke gleich wie in den Vorjahren zu belassen. Jeder sollte
mitfeiern können, ohne dabei zerknirscht auf einen sich schnell leerenden
Geldbeutel zu schauen. Und als besonderes Gaumenschmankerl wurde der „Bison
Burger“ kreiert.
Der Abend ist kühl, aber gemütlich und bietet – wie ein Geburtstagsgeschenk
der Gestirne – ein außergewöhnliches Naturschauspiel: die untergehende
Sonne überträgt ihren blutroten Schein auf den Mond und lässt glauben,
zwei sonnen würden auf gegenüberliegenden Seiten des Platzes knapp über
den Horizont schweben.
Samstag. Gut ausschlafen steht bei all jenen Festbesuchern,
die weit nach Mitternacht in die Schlafsäcke gekrochen sind, als erster Programmpunkt
auf der Tagesordnung. Die Bisons scheinen weit weniger Schlaf ausgefasst zu haben,
denn sie stehen bereits zeitig am Morgen auf ihren Posten. Nach einer kühlen
Nacht wird dieser Julitag nicht so heiß wie in den Vorjahren, doch heiß
genug, um das Groß der Festgäste erst am Nachmittag eintreffen zu lassen.
Obwohl sich nur ungefähr die Hälfte dazu hinreißen lassen, an
der gemeinsamen Ausfahrt teilzunehmen, wird es ein wahrlich imposanter Konvoy,
der sich da durch die burgenländische Ebene bewegt.
Das Nachmittagsprogramm wird durch die Phonmessung sowie durch die Standler
bereichert, unter denen sich auch ein Schildermacher findet, ...
... aber auch einige Fälle von Motorradmissbrauch ...
... während sich andere wiederum sehr liebevoll um ihr Pferd sorgen ...
Gegen 20 Uhr wird der letzte Bison Burger über die Theke der Essensausgabe
gereicht, gegen 22 Uhr das letzte Fleischlaberl und der letzte Kuchen, an deren
schnellem Hinwegschwinden wir nicht ganz unschuldig sind. Hungrige Mägen
müssen trotzdem nicht weiterknurren, sie werden eben mit Leberkäse,
Würsteln oder Schnitzeln befüllt.
Abends soren „Four of a Kind“ für Stimmung und das in einer
Lautstärke, die wir als sehr angenehm empfinden. Jene, die die Musik voll
auskosten wollen, geben sich ihr auf der Tanzfläche vor der Bühne hin,
während jene, die der Benzinplauderei fröhnen wollen, dies recht gut
in entfernteren Bereichen schaffen.
Mitternacht. Was sich an Publikum bislang eher im Bereich des Ausschanks aufhielt,
wandert recht geschlossen in den Bühnenbereich, denn dorthin begeben sich
zwei durchaus dem festlichen Anlass entsprechend bekleidete Mädel, die jedoch
der Ansicht sind, dass weniger an Stoff am Leib besser wäre. Für die
eiblichen Gäste schaut noch das Traummännlein in Lack und Leder vorbei,
welches durch zwei Festgästinnen tatkräftig beim Ablegen der unbequemen
Materialien unterstützt wird. Dass dabei mehr Hüllen fallen als vom
Programm vorgesehen war, überrascht, wird jedoch durchwegs positiv aufgenommen.
Die Nacht ist noch lange nicht vorüber, nicht für „Four of
a Kind“, nicht für die Bisons und ihre Helfer und nicht für all
jene aus den Dörfern und Städtchen des Umlandes, die noch zu späterer
Stunde bei den Bikern vorbeischauen. Diese jedoch steuern, um noch etwas Kraft
für die Heimfahrt am nächsten Tag zu schöpfen, langsam ihre Schlafplätze
an oder begeben sich auf den Heimweg.
Sonntag. Der von unzähligen Plastikbechern weiß
gesprenkelte Rasen wird durch die arbeitsamen Hände der unermüdlichen
Bisons langsam wieder grün. Es gibt gratis Frühstück, verbunden
mit rückblickendem Geplauder und Verabschiedungen. Während dunkelgraue
Wolken am Himmel aufziehen, satteln wir auf und steuern unsere Gefährte Richtung
Heimat.
Wer, wie der Black Bisons MC, dermaßen viel Erfahrung in der Organisation
großer Treffen sammeln konnte und trotzdem bestrebt ist, seinen Gästen
immer wieder etwas Besonderes zu bieten und Verbesserungen in Betracht zu ziehen
sowie Neues auszuprobieren, ohne auf Altbewährtes zu verzichten, findet auch
ein Konzept, das die breit gefächerte Gästeschar fast aller Altersgruppen
voll zufrieden stellt. Wir gratulieren dieser Herde auf diesem Weg nicht nur zum
10jährigen Bestehen, sondern auch zu einem auch in diesem Jahr gelungenen
Fest. Abschließend kann man nur sagen: Daumen hoch, macht weiter so!

Zurück zur Veranstaltungsübersicht
|