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Donnerstag, 25.8.2005, 16:35 Uhr, Wien Westbahnhof. Die Welle rollt
durch die Reihen der Biker auf dem Bahnsteig. 16 Kinder der Sozialeinrichtung
"Löwenzähnchen" aus Ried/Oö (begleitet von 6 Betreuern)
wurden von der Toy-Run-Crew eingeladen, einige Tage in Wien und Nö zu verbringen.
Nun sind sie in der großen Stadt angekommen. Schüchtern stehen sie
neben dem Zug, der sie hergebracht hat, brav in Dreierreihe, angespannt in der
Erwartung, was sie in den nächsten Tagen erleben würden.
| Dieses Jahr scheint die Sonne, was etliche Biker motiviert hat,
am Empfang teilzunehmen und die Kinder im großen, gesponsorten Reisebus
zum Schutzhaus Döring zu eskortieren, wo sie beim Abendessen etwas "auftauen".
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Die Kleinen in den orangenen Leuchtjacken merken bald, dass es beim Ernstl
und den artverwandten Gelbjacken gar nicht ernst und gesittet zugehen soll, sondern
neben unzähligen Programmpunkten viel Spaß auf der Tagesordnung steht.
Auf dem Weg in ihre Unterkunft im Kinderfreunde-Heim "Am Schafberg"
wird noch ein Eisgeschäft "überfallen". Irgendwie werden dort
die begleitenden Erwachsenen das Gefühl nicht los, dass sich die Kinderschar
auf unerklärliche Weise um eines vermehrt hat ...
Zuerst wird abgesperrt ...
... dann angestellt (etwas merkwürdig, das Kind mit der Sonnenbrille)... |
... und geschleckt. |
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Am Freitag Vormittag steht Schönbrunn und sein Tiergarten
auf dem Programm.
"Wo ist der Streichelzoo?" - "Ich will den Löwen sehen!"
- "Gibt es Elefanten?"
Die im Absperren geübte Toy-Run-Truppe waltet auch hier beflissentlich ihres
Amtes und so bewegt sich ein Ring von Gelbjacken um eine inzwischen quicklebendige
Kinderschar.
Den Höhepunkt bildet die Fütterung der Seelöwen, eine Show, die
nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen begeistert. |
Mit dem Zug geht es hinauf zur Gloriette, hinüber zum Tirolerhof und zurück
zum Haupteingang des Schlossareals, wo die eskortierenden Motorräder parken
und der Bus bereitsteht.
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Im Prater angekommen, warten bereits braungebrannte Grillhenderl
auf uns. Der Wirt hat sich, als er von der Aktion "Biker nehmen sich für
Kinder Zeit" hörte, sofort bereit erklärt, den kleinen Gästen
ihr Mittagessen zu spendieren. |
Gespendet haben, um den Kindern diesen "Urlaub" zu ermöglichen,
auch noch andere: Brigitte, die nichts zu ihrem runden Geburtstag geschenkt bekommen
wollte, sondern eine Spende für die Kinder - so kamen 2.000,- Euro zusammen;
der Busfahrer, der seine Freizeit spendiert und unbezahlt die Kinder vier Tage
lang durch Wien und Niederösterreich chauffiert. Es wurde von verschiedenen
Personen und Organisationen kostenlos Verpflegung und Nächtigung zur Verfügung
gestellt, und dann, einfach so, ganz spontan, ein paar Luftballons, Süßigkeiten
und Stofftiere. Alles, was dann noch zu bezahlen bleibt, wird von jenen Spenden
beglichen, die zwischen den alljährlichen Toy-Runs zusammenkommen.
| Die Ruhepause hat Kindern und Erwachsenen gut getan, denn "Jetzt
geht's los!" Dieser Schlachtruf begleitet uns den ganzen Nachmittag und erschallt
lautstark vor jeder Fahrt mit einer der Prater-Attraktionen. |
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Die Spendenbereitschaft reißt auch auf unserem Weg durch den Prater nicht
ab. Viele Betreiber von Fahrgeschäften lassen etliche Runden auf's Haus gehen
oder verrechnen einen Sonderpreis - ja sogar ein Plakat wurde für die Kinder
und Biker zur Begrüßung vorbereitet! Auch Petrus unterstützt die
Aktion. Während im 5. Bezirk ein Wolkenbruch niedergeht, läßt
er es im Prater nur zwei Mal kurz tröpfeln.
Nun hat der Spaß keine Grenzen mehr. Harte Biker mutieren an der Seite ihrer
kleinen Chauffeure im Autodrom zu ängstlichen Beifahrern, sie werden von
den Orangejacken in den harten Kurven der Wilden Maus beruhigt und heldenhaft
in der Geisterbahn beschützt.
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Nach dem Abendessen, bei dem die Kinder ihr Menu à la
carte aussuchen dürfen, geht es zuerst an die Verteilung der Stofftiere,
die von den Kindern nicht mehr ausgelassen werden und die natürlich mit auf
die Zugsfahrt durch den Prater genommen werden. Bei jedem Fahrgeschäft, wo
am Nachmittag gefahren wurde, wird von allen laut applaudiert, gejubelt und gepfiffen
und so dem Besitzer noch einmal für seine Großzügigkeit gedankt. |
| Dann das Unglück! Eines der Stofftiere hat nicht aufgepasst
und ist aus dem Zug auf den Beton gestürzt! Es liegt einsam in der finsteren
Hauptallee am feuchten Boden. Adman hat es bemerkt! Er springt sofort aus dem
fahrenden Zug, holt das Tier, rennt dem Zug nach, springt wieder auf - Stofftier
und Kinderglück gerettet! |
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Für Samstag ist die Teilnahme an den NÖKISS
geplant.
Gemeinsam mit weiteren 130 Kindern aus Heimen in Matzen, Schauboden, Pottenstein,
der Hinterbrühl, dem Schwedenstift und Reichenauerhof sowie den Wiener Einrichtungen
Hahnreiter- und Albertisgasse geht es zu den "Niederösterreichischen
Kindersommerspielen" nach Herzogenburg.
In den Höfen des Stiftes und auf dem Platz davor haben Kinder für
Kinder ein riesiges Fest organisiert, auf dem gespielt, gebastelt und erlebt werden
kann. Die Kinder der Aktion "Biker nehmen sich für Kinder Zeit"
bekommen ein kleines Taschengeld, da an manchen Stationen ein Unkostenbeitrag
eingehoben wird. Dann dürfen sie sich (ziemlich) frei am Gelände verteilen
und spielen, spielen, spielen ...
Wer glaubt, die Biker könnten sich inzwischen in die Sonne legen, täuscht
sich. Die sind auch eingeteilt! Zu bestimmten Zeiten wird der "Innenring"
Herzogenburgs abgesperrt und auf dieser gesicherten Strecke dürfen Kinder
jeder Altersstufe, behelmt und eventuell noch von einem Erwachsenen gesichert,
am Sozius Motorrad fahren. Der Andrang ist enorm und Biker sowie Kinder haben
wieder einmal riesigen Spaß.
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Gegen 17 Uhr kehren die Kinder in ihre Heime zurück. Die
"Löwenzähnchen" fahren mit ins Landesjugendheim Pottenstein,
wo sie übernachten werden. Diesmal wird der Bus nicht von den Bikern eskortiert.
Nach stundenlangem Kreis fahren links herum durch Herzogenburg haben sie Sehnsucht
nach einigen Rechtskurven. Nach einer wunderschönen Tour auf kleinsten Nebenstraßerln
durch winzige Ortschaften dürfen sich die Motorräder am Parkplatz des
Landesjugendheims Pottenstein ausruhen. |
Doch der Tag ist noch nicht zu Ende. In einem riesigen Grill
drehen sich bereits zwei Ferkel am Spieß. Während die Erwachsenen erschöpft
auf den Bänken niedersinken oder mit letzter Kraft die Zelte aufbauen, toben
sich die Kinder noch beim Fußballspiel auf der Wiese aus.
Nach einem geruhsamen Ausklang des Tages am Lagerfeuer treten die Kinder aus Ried
am Sonntag wieder die Heimreise an. |
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So weit haben wir diesmal die "Löwenzähnchen" auf ihrem
Besuch in Wien und Niederösterreich begleitet. Es war eine enorme Freude
mitzuerleben, wie die Anspannung der Kinder mit jeder Stunde mehr und mehr schwand,
wie sie auflebten und all die großen und kleinen Geschenke begeistert und
dankbar annahmen. Nein, eine Tüte Eis ist für manche keine Selbstverständlichkeit,
nicht einmal ein befreites Lachen. Für Kinder in Heimen bleibt das oft ein
großer Traum. Ernstl und seine Toy-Run-Crew sowie Biker und Menschen mit
Herz haben für einige dieser Kinder ihren Traum wahr werden lassen und ihnen
vier abenteuerliche Tage beschert, welche alle, die an der Aktion teilgenommen
haben, nie vergessen werden.

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