Fahr'
ma heiraten! - Bikerwirt Amon traut sich
19. 5. 2006
Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, als ich mit Robert,
dem Pächter der Massenabfütterung im obersten Stockwerk des Kika im
Industriegebiet Süd zusammen saß und ihm einige Tipps gab, wie er Motorradfahrer
in sein Lokal bringen könnte, das er demnächst eröffnen wollte.
Dieses "Gestern" war im Jahr 2002 und seitdem beobachten wir ihn, den
Robert Amon, der sich nicht nur durch sein exklusives Angebot zu passablen Preisen,
sondern auch durch viel persönliches Engagement tatsächlich zu einem
noch immer selbst Motorrad fahrenden Gastronom entwickelt hat, bei dem Biker stets
willkommen sind. Am 19. Mai ist seine Hochzeit mit Irene geplant und die beiden
wünschen sich, mit einem Trike zu fahren und einen langen Konvoi von Motorradfahrern,
der sie an diesem Tag auf ihrem Weg begleitet.
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Nach
einer Nacht, in der es in Strömen schüttet, trocknet die Sonne am Vormittag
brav den Asphalt auf. Gegen 11 Uhr trifft man einander vor dem Standesamt in Deutsch
Wagram - manche in der 1er-Panier (wie man festliches Gewand in Wien mit einem
kulinarischen Begriff belegt) und manche in Lederkluft und Kutte. Robert freut
sich über die zahlreich erschienenen Motorradfahrer, die schließlich
durch eine ca. 15 Mann starke Gruppe der HOG Vienna, die geschlossen einfährt,
noch aufgestockt werden.

Jedes
Motorrad bekommt zur Feier des Tages eine Rosette aus weißen Bändern.
Nachdem die Braut, in luftiges Rot gekleidet, eingetroffen ist, geht es hinauf
in den Festsaal des Stadtamtes, wo die Brautleute mit Ambros' "Langsam wachs'
ma z'sam" begrüßt werden. Nachdem das "Ja" gesprochen
ist, die Ringe getauscht und die Heiratsurkunden unterschrieben sind, fällt
die Nervosität von Robert und Irene ab.
Draußen haben indes Heinzelmännchen ein Brötchenbuffet und Getränke
bereitgestellt. Doch bevor sich die Brautleute laben dürfen, werden sie mit
Reis beworfen und haben noch eine schwere Prüfung ihrer Liebe zu bewältigen.
Ein Baumstamm ist vor dem Standesamt aufgebaut, der von den beiden gemeinsam durchgesägt
werden soll (- wohl die leichtere Übung -), doch bevor sie sich an diese
Arbeit machen dürfen, wird ihnen ein Statement abverlangt. Sie sollen für
jeden hörbar das vorlesen, was auf "ihrem" bzw. "seinem"
Zettel steht, der auf den Baumstamm geklebt ist.
 
Irene, die die grünweißen Farben des SK Rapid im Herzen trägt,
darf der Austria zum Meistertitel gratulieren, während Robert, dem Violett
der Austria verbunden, Rapid zum Klassenerhalt beglückwünschen darf.
Diese Aufgabe fällt beiden sichtlich schwer, doch die Liebe lässt sogar
diese Worte über ihre Lippen fließen.

Nach
ausgiebiger Labung der Hochzeitgesellschaft, der beim plötzlich und unangekündigt
gezündeten Böllerschuss mächtig der Schreck in die Glieder fährt,
steigen Irene und Robert unter stetig mehr zuziehendem Himmel auf's Trike. Angeführt
und abgesichert von der Polizei und begleitet von einem über 40 Motorräder
starken Konvoi geht es durch Deutsch Wagram. Braut und Bräutigam sind überglücklich
und freuen sich wie Kinder über den imposanten, überall Aufmerksamkeit
erregenden Zug. Immer wieder drehen sie sich zu den Bikern hinter ihnen um und
winken ihnen und den Passanten zu, die, nachdem sie begreifen, was da los ist,
begeistert zurückwinken. Natürlich geht die Tour auch am eigenen Gasthaus
vorbei, wo die gesamte Belegschaft auf den Konvoi wartet.
Der
nächste Stopp wird bei einem anderen Gasthaus eingelegt, wo ein weiterer
kleiner Umtrunk stattfindet. Die begleitenden Polizisten regeln indes den Verkehr
an den zum Teil auf der Fahrbahn parkenden Bikes und Trikes vorbei. Auf der letzten
Etappe über die B8 nach Wien hinein, verlassen uns die blau-rot-silbernen
Begleiter.
Es beginnt leicht zu regnen. Irene in ihrem roten Soffhauch macht es nichts aus.
Der Spaß an den Ereignissen des Tages behält die Oberhand.
Auf der Wagramer Straße, wo sich das Lokal befindet, in dem die Hochzeitstafel
auf die Brautleute, ihre Familie und engen Freunde wartet, verabschieden sich
die meisten der Motorradfahrer.
Robert und Irene Amon haben sich mit ihrem Lokal nicht nur zu einem exzellenten
Bikerwirt entwickelt, auch ihre Hochzeit wurde würdig auf einspurige Art
gefeiert! Wir gratulieren den beiden von ganzem Herzen und wünschen ihnen
das Allerbeste auf ihrem weiteren, gemeinsamen Lebensweg. Wir sind uns sicher,
dass die unterschiedliche Vorliebe für Farben ihr Glück nicht trüben
wird.
LANDGASTHAUS AMON
Dienstag bis Sonntag von 9.00 bis 23.00 Uhr
Montag geschlossen
2232 Deutsch Wagram, Gänserndorferstraße 60
Tel: +43 (0) 2247 / 20 977
office@landgasthaus-amon.at
www.landgasthaus-amon.at

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