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Freitag,
27.4.2007. Um das Burgtheater sammeln sich gegen 19 Uhr mehr und mehr Motorräder
um ein seltsames Fahrgerät: ein Conference-Bike, auf dem sieben Personen
sitzen und gleichzeitig in die Pedale treten können. Ernstl hat's entdeckt,
konnte es für seine diesjährige Tour um den ersten Bezirk bekommen und
zahlreich sind Motorradfahrer erschienen, um die außergewöhnliche Fahrt
über die Ringstraße zu konvoytieren.
Man sammelt sich, wartet, die Polizeieskorte trifft ein, man posiert für
das bereits traditionelle Gruppenfoto.
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Sechs Personen werden unter den Anwesenden gesucht. Keine Ahnung
warum, plötzlich heißt es: Tjaky mit aufs Rad.
Gerne mach ich den Spaß mit - naiv und unwissend, worauf ich mich da einlasse.
Die restlichen Mitstreiter und Tretwilligen: Schurli (langjähriger Toy-Run-Teilnehmer),
Brigitte (langjährige Gelbjacke), Edith (Spenderin), 39er (ehemalige Gelbjacke,
vor 11 Monaten nach Neuseeland ausgewandert, seit zwei Tagen wieder in Österreich)
und Robert (Schützling der MAG11, Sozialeinrichtung der Jugendwohlfahrt Wien).
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Wir hieven uns in die unbequemen, kleinen Sättel. Wehmütig
vermisse ich meinen weichen, ausgesessenen Motorradsattel. Um 19:30 Uhr geht's
los. Vorne weg die sieben Weißen Mäuse der Exekutive, die den Ring
6, 5 km langen absperren, dahinter das Toy-Run-Mobil und in seinem Kielwasser
das Conference-Bike.
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Zuerst geht es bergab. Kein Problem. Das Gefährt rollt fast
von alleine vor sich hin. Wie eine Hummel umschwärmt uns ständig das
Trike mit einem Kameramann, der alles beflissentlich mitfilmt. Und dahinter das
beeindruckende Bild der 108 Motorräder, zwei Trikes, einer Beiwagenmaschine,
zwei Polizeiautos und das Eisatzfahrzeug der Wiener Linien, welche die drei Spuren
der Ringstraße, soweit das Auge reicht, überfluten. Passanten schauen,
staunen, lächeln, winken und fotografieren.
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Am Kai wird ein Zwischenspurt eingelegt - da steht ein Radargerät!
Ernstl will unbedingt ein Foto auch von dieser Kamera. Die unzähligen, die
von den Motorradfahrern und dem am Ring flanierenden Publikum gemacht werden,
reichen ihm wohl nicht.
Ab der Urania wird es härter, ab dort geht es bergauf. "Abstrampeln
für einen guten Zweck" lautet das Motto und dieses schlägt nun
voll zu. Ernstl hatte vorab erklärt: "Mit meiner Fahrt möchte
ich nicht nur auf die bevorstehende TOY-RUN hinweisen, sondern auch aufzeigen,
dass sich sowohl tausende Mitarbeiter in den verschiedensten Sozialberufen, aber
auch unzählige Freiwillige, NGOs und Initiativen in Österreich gerne
und mit Leidenschaft für Bedürftige abstrampeln. Ob in Kinder- oder
Altenheimen, in Spitälern, Geriatriezentren oder in Pflegezentren; ob in
Großstädten oder kleinen Gemeinden: Überall sind engagierte Menschen
für ihre Mitmenschen und die Gesellschaft da, obgleich ihre Arbeit oft unbemerkt
erfolgt, und manchmal auch ungedankt bleibt."
Jene strampeln und wir nun auch. Die Steigung bis zum Parlament ist der härteste
Teil der Strecke, das weiß Ernstl aus Erfahrung.
Schweißgebadet kommen wir beim Burgtheater an. Beim Absteigen sind die Knie
weich. Ein erstes Statement wird gefordert.
"Das war das anstrengendste, womit ich jemals gefahren bin", keucht
Ernstl. Und seine Mitstreiter stimmen ihm voll zu.
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Zurückblickend - im wahrsten Sinne des Wortes - war es wohl
die beeindruckendste Ringfahrt, die Ernstl und die Toy-Run-Crew in den letzten
Jahren organisiert hat. "GEMEINSAM kommt man ans Ziel, im GLEICHKLANG der
Anstrengungen, alle leisten Ihren BEITRAG, einer muss die RICHTUNG vorgeben, die
anderen müssen dem Lenker VERTRAUEN, zumal nicht alle sehen, wohin es geht.
Eigentlich wie bei der TOY-RUN!" (Ernstl)
Fotos: Tjaky, Rudi und Schlucki
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