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Die
Freudentränen in den Gesichtern der Kinder (und der Motorradfahrer) sind
getrocknet, die vom Winken müden Arme haben sich aber noch nicht ganz erholt:
im Heilpädagogischen Zentrum Hinterbrühl (HPZ), NÖ, ist der Alltag
wieder eingekehrt.
Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich am Morgen des 18. Juni 2006
stolze 2907 Motorradlenker mit ihren Beifahrern, um im Konvoi zum Jugendheim zu
fahren.
In
einer Grußbotschaft dankte Hubert Gorbach den versammelten Teilnehmern,
denn "gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es wichtig, dass wir uns
auch um die Menschen kümmern, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint
hat." Im Gegensatz zum Vizekanzler ließ es sich Landeshauptmann Dr.
Erwin Pröll als "oberster Hausherr" des HPZ Hinterbrühl nicht
nehmen, persönlich der Spendenübergabe beizuwohnen.
"Ihr seid letztes Jahr mit eurem Einsatz für Kinder und eurer Disziplin
in mein Herz eingefahren", zollte der sichtlich bewegte Politprofi den versammelten
Biberinnen und Bikern Respekt: "Letztes Jahr haben wir einander am Heldenberg
kennen gelernt, und seither weiß ich: ihr seid die wahren Helden des sozialen
Engagements." Die Teilnehmer der bereits 14. Benefizfahrt spendeten neben
unzähligen Spielsachen, Sportgeräten und Geschenken, die in zwei bereitgestellte
LKW-Anhänger geschlichtet wurden, exakt 48.853,19 Euro - ein stolzer Betrag,
der ausschließlich für Freizeitaktivitäten der Kinder verwendet
werden darf.
Ausflüge,
Eisessen, Pizza oder Badeurlaube am Meer: was für andere Kinder selbstverständlich
ist, kann von den schmalen Budgets der Kinder- und Jugendheime meist nicht finanziert
werden. Hier springt die TOY-RUN ein.
Die Sonne verschwindet hinter den Hügeln des Wienerwaldes, die Motorradfahrer
verlassen das HPZ Hinterbrühl: Die TOY-RUN 2006 ist damit vorbei, aber sie
hat unauslöschliche Spuren in den Herzen der Kinder hinterlassen. "Kindern
kann man alles wegnehmen, die Erinnerung an einen TOY-RUN Tag aber nicht",
erzählt TOY-RUN-Initiator Ernst Graft jun. "Wenn man den Kindern - und
wenn auch nur für einige Stunden - das Gefühl des Glücks vermitteln
kann, dann gibt das Energie und ist uns Verpflichtung, auch in den kommenden Jahren
die TOY-RUN zu fahren." Während die mehr als 140 Kinder und ihre Betreuer
in den nächsten Tagen noch mit dem Sortieren von Tausenden Spielsachen und
Sportgeräten beschäftigt sein werden, arbeiten Ernst Graft jun. und
seine Freunde bereits an der 15. Auflage der Motorrad-Benefizfahrt. 14 Monate
intensive Planung und Vorbereitung werden auch für die TOY-RUN 2007 investiert,
damit für die Kinder im Heim "Bei der Hofwiese" ein unvergessliches
Erlebnis möglich wird.
Zumindest
ein Teilnehmer hat sich den Termin schon dick im Kalender eingetragen: "Ich
freue mich auf Wiedersehen bei der nächsten TOY-RUN am 17. Juni 2007, dem
Tag des Motorrades in Niederösterreich!" Mit diesen Worten und einer
geschwenkten TOY-RUN-Kappe verabschiedete sich Erwin Pröll von den Kindern
und den Motorradfahrern.
Wenn man Ernst Graft jun. heute fragt, warum er mit der TOY-RUN angefangen hat,
so gesteht er, es nicht mehr zu wissen. Wenn man ihn aber fragt, warum er sie
jedes Jahr macht, sagt er stets mit einem schelmischen Lächeln und aus tiefster
Überzeugung: "Weil's einfach g'macht g'hört!"
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