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Ein Koffer, einst tiefdunkelschwarz, im Laufe der Jahre aber ausgebleicht,
leicht zerkratzt, matt und unansehnlich. Da an dem Ding nichts mehr verhackt sein
kann, haben wir versucht, ihm einen neuen Anstrich zu verpassen.
Zuerst einkaufen: Plastic-Primer der Firma Prisma Color (6,- €) und schwarzen
Glanzlack von Motip (ca. 6,- €), beides in der Spray-Dose sowie feinstes
Schmirgelpapier.
Zuerst werden die Kratzer am Koffer mit Schmirgelpapier geglättet, dann das
Material von Staub, Fett und Schmutz befreit. Da ich die Katzenaugen nicht abnehmen
wollte, habe ich sie einfach mit Klebeband abgeklebt.
Begonnen
wurde mit dem Deckel, und das war gut so. Eine Dose Lack hätte fast nicht
ausgereicht, und so konnte zum Schluß am Boden, den man ohnehin nicht sieht,
Farbe gespart werden.
Der Plastik-Primer braucht mindestens 15 °C Lufttemperatur, darunter muß
die Dose im Wasserbad erwärmt werden. Um mir letzteres zu ersparen, habe
ich einen sonnigen Nachmittag abgewartet und Rudis Balkon zur Werkstatt umfunktioniert.
Um eine schöne, gleichmäßige Schicht Primer zu bekommen, sollte
man nie lange auf eine Stelle sprühen. Immer mit der Dose in 20 cm Abstand
hin- und herfahren, dann gibt es keine Tropfenbildung. Der Primer trocknet sehr
schnell, nach 10 Minuten konnte ich weiterarbeiten und brachte eine zweite Schicht
auf.
Lieber dünn auftragen und zweimal drübergehen, dann wird es schöner.
Solltest Du unter Atembeschwerden oder Lungenproblemen leiden, unbedingt beim
primen und lackieren eine Maske verwenden und die Luft anhalten! Das Zeug schlägt
sich ganz schön auf die Atemwege!
Dann kam der Lack. Kräftig geschüttelt und los ging's. Den Lack habe
ich in fünf ganz dünnen Schichten aufgetragen, dazwischen immer abgewartet,
bis er getrocknet war, was jedesmal 5 - 10 Minuten dauerte. Nach fünfmal
mit dem Lack drübergehen, glänzte der Deckel ganz schön.
Die Nacht über durfte der Deckel trocknen, am nächsten Tag passierte
dasselbe mit dem unteren Teil.
Aufpassen beim Schloß! Es kann Lack hineinrinnen. Zwischendurch immer wieder
probieren, ob es sich noch bewegen läßt!
Nachdem
der Lack komplett trocken war, wurden die Klebebänder von den Katzenaugen
genommen und das bißchen Farbe, das zu viel war, mit einer dieser 3-Phasen-Fingernagel-Polierfeilen
vorsichtig entfernt.
Das Resultat läßt sich sehen!
Auf seinen glatten Flächen läßt sich der Koffer auch mit dieser
Spezialfolie bekleben, die man zB bei der Fa.
Stardesign bekommt. Vorsicht: Beim Entfernen der Folie geht der Lack ab -
so bekam mein Koffer nur einen 6 mm breiten Streifen in der oberen Rille.
Ein Jahr später. Der Koffer mußte Sonne, Kälte und Feuchtigkeit
aushalten. Der Lack wirft Blasen und splittert ab. Die Freude über die scheinbar
gelungene Renovierung dauerte also nur ein paar Monate an ...
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