|
Sei
es, daß ein Steinschlag den Lack verunziert oder das Radl seine eigene Note
bekommen soll - mit Folien läßt sich schon einiges anfangen. Es gibt
sicher noch andere Methoden, die Motive auf die Folie zu bekommen, hier beschreiben
wir, wie wir es machen und was dabei zu beachten ist.
Die Spezialfolien bekommst du in Wien bei der Firma Stardesign
in 32 verschiedenen Farben. (Für "Auswärtige": www.averygraphics.com,
die HP des Herstellers.) Diese Folien sind wetter- und fabbeständig und lassen
sich durch ihre Elastizität auch gut über Rundungen ziehen. Solltest
du absolut keine Lust haben, dir die Schnipselei anzutun, kannst du deine Vorstellungen
auch von Stardesign verwirklichen lassen.
Nachdem das Motiv feststeht und genügend Folie eingekauft ist, lassen wir
das Motiv in Originalgröße ausdrucken und schneiden die Vorlage aus.
Je genauer man bei den Vorarbeiten ist, umso schöner wird das Endergebnis.
Jede Spitze sollte, soferne es das Motiv zuläßt, in eine kleine Rundung
umgewandelt werden, damit man später beim Putzen des Radls nicht daran hängen
bleibt.
Das
hier gezeigte Motiv soll in drei Farbstufen abschattiert sein, also gehen wir
bei unserer Zeichnung jedesmal um ein paar Millimeter weiter zur Mitte.
Beim Zuschneiden beginnen wir, sowohl bei der Vorlage als auch später bei
der Folie, (sofern möglich) in einer Ecke - nie in einer Rundung, da sich
sonst bei der Rundung ev. unschöne Ecken ergeben. Ausgeschnitten wird meist
mit einer Nagelschere. (Borge dir die Beste von deiner Mutter, Frau, Freundin
- verrate ihr aber ja nicht, wozu du sie brauchst!)
Die Vorlage wird mit kleinen Klebebandstückchen an eher geraden Linien auf
der Rückseite der Folie festgeklebt, so ist kaum ein Verrutschen möglich.
Ist die Vorlage auf die Folie übertragen, wird kontrolliert, ob alle Striche
vorhanden sind.
Aus
der Folie schneiden wir vorerst nur die Teile eines Motivteiles aus und kleben
die Farbschichten aufeinander, um zu sehen, ob die Farbzusammenstellung, die Breite
der Abstufung usw. paßt. Dabei wird zuerst nur ein kleines Eckchen Papier
von der Folie gelöst, das Teil in die Richtige Position gerückt, das
Eckchen angedrückt und dann nach und nach die Folie möglichst blasenfrei
aufgeklebt. Solange sie nicht festgedrückt ist, läßt sie sich
vorsichtig wieder abziehen und Korrekturen vornehmen.
Gefällt es, steht einer stundenlangen Schnipselei und Kleberei nichts mehr
im Wege.
Die Motive werden komplett am Schreibtisch fertiggestellt. Kleine Reste heben
wir auf, die kann man immer wieder brauchen.
Auf das Radl geklebt wird erst ab einer Außentemperatur von mindestens 15
°C, da der Kleber sonst nicht richtig greift und sich die Folie schwerer zurechtziehen
läßt.
Die
Nass-Methode (wie auf der Website von Stardesign beschrieben) hat sich bei senkrechten
Flächen am Motorrad nicht bewährt, da das Wasser abrinnt. Es geht aber
auch ganz gut mit der Trockenmethode.
Zuerst die zu beklebende Fläche gründlich säubern - eh kloa! Dann
die endgültige Position des Dekors auschecken, wiederum kleines Eckchen abziehen,
bei gefallen andrücken und langsam und gewissenhaft Zentimeter um Zentimeter
aufbringen. Damit die Folie in die richtige Position gebracht werden kann, ist
es notwendig, das Papier einzuschneiden.
Zum
Schluß noch einmal mit einem Tuch drüberrubbeln, damit auch alle Kanten
festkleben.
Solltest du Aufkleber oder Folien wieder abziehen wollen, gehe höchst behutsam
dabei vor. Es ist gut möglich, daß der Lack dabei mitgeht, wenn man
den Aufkleber schnell abreißt. Ev. vorher leicht mit dem Föhn anwärmen,
dann wehrt sich der alte Kleber nicht so.

Bei
Schriftzügen hat es sich bewährt, die einzelnen Buchstaben auf eine
andersfarbige Folie aufzukleben, die etwas größer als die Buchstaben
ist und aus einem Stück besteht. So kann man den Schriftzug gemütlich
am Schreibtisch fertigstellen und dann das ganze Stück auf einmal aufs Motorrad
kleben.
Nicht
vergessen, daß die Vorlage von Schriften immer verkehrt auf die Folienrückseite
gelegt werden muß!

Schlußendlich (wie man es eben auf Websites dazuschreiben muß) übernehmen
wir keine Haftung oder Gewähr für mißlungene Beklebungen nach
dieser Beschreibung.
|