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Chirurgen in den Unfallkliniken nennen es das "Honda-Syndrom", eine
bösartige Schürfverletzung an der Hüfte, die nur bei Bikern auftritt,
die keine Ledersachen anhatten. Unfallanalysen zeigten, daß sich Jeansträger
einem viermal so großen Risiko aussetzen wie Motorradfahrer in Lederbekleidung.
Das beste Leder ist Rindnappa, wobei dieses in drei Qualitätsstufen eingeteilt
wird: A-, B- und C-Grade.
A-Grade: Stammt von Tieren, die gute gepflegt wurden und weder Reißspuren
von Stacheldrahtzäunen noch sonstige Vereltzungsnarben aufweisen. Feste Struktur
und gleichmäßige Materialdichte kennzeichnen dieses Leder.
Das Material von Motorradbekleidung sollte ca. 1,4 mm dick sein. Ist es dünner,
verliert es an Strapazfähigkeit; ist es zu dick, entstehen bei der Verarbeitung
Wülste an den Nahtstellen, die unangenehm sein können.
Reißverschlüsse müssen sorgfältig verarbeitet sein und sollten
eine optimale Breite von 10 mm haben.
Stretchbänder in den Dehnzonen bieten zwar angenehmeren Tragekomfort, haben
aber den Nachteil, daß in diese Stretch-Streifen sofort das Wasser eindringt,
wenn es regnet und nicht sofort die Regenkombi übergestreift ist.
Oft gerät man an Lederkombis oder Jacken, deren Tasche(n) nicht einmal genug
Platz für die sichere Aufbewahrung eines Reisepasses bieten. Beim Kauf überlegen,
was man alles an "Grundausrüstung" mitnehmen will (Papiere, Handy,
Sonnenbrille, Schlüssel, Brieftasche, Zigaretten, ...). Die sportliche Optik
leidet gewaltig, wenn man dann mit dem Rucksack fahren muß.
Die Anschaffung einer Lederkombi muß gut überlegt
werden, wenn man für wenig Geld hart arbeiten geht. Bedenke, daß die
Kombi so geschnitten ist, daß Stiefel dazu getragen werden sollten - Turnschuhe
oder feste Schuhe schauen meist komisch dazu aus.
Zwar zieht man unweigerlich die Blicke auf sich, wenn man auf eine noble Vernissage
oder im Theater im Rennfahrer-Dress auftaucht - ob man sich dann aber wohl fühlt,
ist eine andere Frage.
Gehörst du zur weiblichen Gruppe der Motorradfahrer, bedenke beim Tragen
einer Lederkombi stets, wie schnell du sie ausziehen kannst und plane diese Minuten
für den nächsten Klo-Stop zusätzlich mit ein.
Gehörst du zu den Allzweckfahrern, überlege, ob es nicht eine schwarze
Lederjean und eine Lederjacke mit Protektoren genauso tut. Die Lederjacke gibt
man an der Garderobe ab und die schwarze Lederjean ist heute bereits überall
salonfähig.
Begehe nicht den Fehler und kaufe, nur mit einem T-Shirt bekleidet, eine Lederjacke
"passend" ein (außer, du willst sie lediglich im Sommer tragen)!
Sie sollte mindestens um eine, wenn nicht sogar um zwei Nummern zu groß
sein, damit du an kalten Tagen noch die warme Unterwäsche und einen Pulli
darunterziehen kannst.
Manche Nähte sind nur einfach genäht (s. Bild links) und halten nicht
so lang, besonders an stark beanspruchten Stellen wie zB. hier die Knie-Innenseite.
Andere Hosen haben auch innen die "verstürzte Naht" (s. Bild unten),
bei der sich das Leder im Laufe der Zeit zwar abschabt, aber die doppelte Naht
dafür hält.

Willst du auch im Früh-Frühjahr und im Spätherbst fahren, wird
dir die Ledergarnitur irgendwann zu kalt werden. Dann faßt du eine dieser
schönen, mit herausnehmbaren warmen Innenfutter ausgestatteten Tourenjacken
ins Auge.
Meist sind diese mit Protektoren ausgestattet, die nicht so gut sitzen wie die
der Lederkombi oder -jacke. Um das etwas regulieren zu können, sollte die
Jacke an den Ärmeln Laschen mit Druckknöpfen oder Klettverschlüssen
haben. Die zu weiten Ärmel können damit enger gemacht werden, die Protektoren
sitzen dadurch etwas strammer.
Die Reißverschlüsse müssen gut abgedeckt sein, um Zugluft zu vermeiden.
Praktisch sind auch verschließbare Lüftungsschlitze, die, wenn's unter
der Jacke dampft, für Frischluftzufuhr sorgen. Die warme Jacke beim Fahren
vorne offen zu tragen, ist unratsam - eine Lungenentzündung und Insektenstiche
sind schnell eingefangen!
Protektoren:
Sind in eine Jacke "Hartschalenprotektoren" eingearbeitet, müssen
diese auch perfekt sitzen, sonst kann es bei einem Sturz zu Verletzungen aufgrund
der doch scharfkantigen Plastikteile kommen.
Du streckst die Arme vor und winkelst sie dann ab. Sitzt der Protektor korrekt,
dann paßt die Jacke.
den Sitz der Knieprotektoren testest du, indem du ohne an der Hose zu zupfen,
in die Hocke gehst. Geht das nicht oder liegt der Protektor nicht dort, wo er
sollte, wähle lieber ein anderes Stück.
Tourenfahrer bevorzugen Jacken, die sie sowohl nur mit einem T-Shirt drunter als
auch mit einem dicken Pulli tragen können. Die Paßform ist in zumindest
einem der beiden Fälle nicht mehr hundertprozentig. Manche Jacken haben "Weichprotektoren".
Diese haben den Vorteil, daß sie angenehmer zu tragen sind. Verrutschen
sie, kann man sich nicht an harten Teilen verletzen. Der "Schaumgummi",
der hier eingearbeitet ist, dämpft beim Aufprall besser und wird beim Zusammendrücken
fast so hart wie ein Protektor aus Plastik. Meist liegt er zwischen der Jacke
und einem zusätzlichen Lederfleck, eine Schicht, bei der du ziemlich lange
rutschen mußt, bis sie durchgescheuert ist.
Reinigung von glattem Leder:
Gute Erfahrungen haben wir (sogar bei weißem Leder) mit "Collonil Protect
Lederseife" gemacht. Den Schaum auftragen, den Dreck runterrubbeln - naja,
ein bißchen Fingerarbeit gehört schon dazu - und abpolieren. Danach
Lederfett auftragen, ein paar Stunden einziehen lassen und nochmals polieren.
(Siehe dazu auch: Material.)
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