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Nach
dem Helm ist der Handschuh das wichtigste Kleidungsstück des Bikers. Bei
einem Sturz stützt man sich immer irgendwie mit den Händen am Boden
ab - und die sollten dann möglichst gut geschützt sein.
Mach einen Versuch! Fahre mit der bloßen Hand einen halben Meter über
den Gehsteigbelag.
Alleine beim Gedanken an das Gefühl und die Folgen wird jeder vernünftige
Mensch diesen Versuch unterlassen. Bei einem Sturz hast du ein gewisses Tempo
drauf, was die Abreibung der ungeschützten Haut verstärkt.
Handschuhe
mit Nieten in den Handflächen schneiden im Sturzsimulator zwar gut ab, leiten
im Reibungsfall aber nicht nur Verbrennungen bewirkende Hitze weiter, sie zerstören
im Alltag auch den Lack auf den Lenkergewichten.
Wirklich wasserdichte Handschuhe gibt es nicht - ausgenommen Gummihandschuhe.
Jeder andere ist "atmungsaktiv", läßt Schweiß abdampfen.
Dazu gibt es - wenn auch nur ganz kleine - Löcher im Material. Loch ist Loch.
Und wo Feuchtigkeit rausgeht, kommt sie früher oder später auch hinein.
Etliche km im Gewitterregen gefahren, und auch der vom Verkäufer als "absolut
wasserdicht" gerühmte Flossenschutz ist naß zum Auswinden.
(Siehe dazu auch Material.)
Als
"wasserdicht" darf man lediglich verstehen: Der Handschuh hält
einige Zeit im Regen durch ... und wie lange, erfährst du bei der ersten
längeren Regenfahrt in der Praxis.
Wähle die Größe der Handschuhe so, daß sie geringfügig
zu groß sind. Dann lassen sich beim Ausziehen die Spitzen der einzelnen
"Finger" samt dem Futter fassen, was von Vorteil ist, wenn man im Handschuh
geschwitzt hat.
Leder - an den neuralgischen Punkten gedoppelt - ist Textil wegen größerer
Widerstandsfähigkeit bei einem Sturz vorzuziehen.
Links im Bild: ein Handschuh Marke Eigenbau, mit aufgenähter Visirputzfingerverstärkung
und überlangen Stulpen mit Klettverschluß.
Als
Vielfahrer hat man bald eine ganze Kollektion von Handschuhen. Leichte, gut durchlüftete
für den Hochsommer, die Schönwetter-mit-Regengefahr-Garnitur, ein Paar
für Touren, bei denen Gewitter mit Kälte zu erwarten ist, und schließlich
die ganz dicken Winterhandschuhe (die wir bei Temperaturen unter 12° C anlegen).
Auf Touren sollte man immer ein zweites Paar mitführen. Schüttet es,
werden die Handschuhe naß, ist es eine wahre Wohltat, nach Ende des Regens
in ein trockenes Paar zu schlüpfen.
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